Austrotherm positioniert sich mit XPS- und PIR-Dämmstoffen gezielt im Holzbausegment – einem Markt, der in Deutschland und Österreich kontinuierlich wächst. Während Brettsperrholz (CLT) und Holzrahmenbau mittlerweile auch im mehrgeschossigen Bereich Standard sind, steigen die Anforderungen an angrenzende Dämmsysteme: Feuchteresistenz im erdberührten Bereich, hohe Dämmleistung bei geringen Aufbauhöhen und brandsichere Lösungen für Fassade und Dach.

XPS für erdberührte Bauteile und Perimeterdämmung

Im Holzbau ist der Sockelbereich besonders kritisch: Feuchte darf nicht in die Holzkonstruktion wandern. Hier setzt Austrotherm auf extrudiertes Polystyrol. Die XPS-Platten der Austrotherm-Produktlinie weisen eine geschlossenzellige Struktur auf, die Wasseraufnahme durch Diffusion minimiert. Typische Lambda-Werte liegen bei 0,032–0,034 W/(m·K), die Druckfestigkeit erreicht je nach Variante bis zu 700 kPa – relevant für lastabtragende Anwendungen unter der Bodenplatte.

Sie verarbeiten XPS-Platten im Holzbau vor allem in diesen Bereichen:

  • Perimeterdämmung an Fundamenten: XPS-Platten werden außen an die Abdichtung geklebt oder mechanisch befestigt. Achten Sie darauf, dass die Platten bis zur Frosttiefe (in Mitteleuropa meist 80–100 cm) reichen.
  • Dämmung unter der Bodenplatte: Bei Holzbauten mit Beton-Fundamentplatte schützt XPS gegen Wärmeverluste nach unten. Die Platten sollten stumpf gestoßen und vollflächig aufliegen.
  • Sockeldämmung: Übergang zwischen Fundament und Holzrahmen – hier ist Feuchtebeständigkeit entscheidend. Eine zusätzliche Abdichtungsbahn zwischen XPS und Holz ist Pflicht.

Weitere Informationen zur XPS-Verarbeitung im Holzbau finden Sie in unserem Artikel Austrotherm im Holzbau: XPS-Perimeterdämmung zwischen Normerfüllung und CO₂-Debatte.

PIR-Dämmplatten für Dach und Außenwand

Für oberirdische Bauteile – insbesondere Flachdächer und hinterlüftete Fassaden – bietet Austrotherm PIR-Dämmplatten an. Polyisocyanurat erreicht Lambda-Werte von 0,023–0,025 W/(m·K) und liefert damit bei gleicher Dämmstärke bessere U-Werte als XPS oder EPS. Die Platten sind beidseitig mit Aluminium- oder Glasvlieskaschierung erhältlich.

Im Holzbau nutzen Sie PIR typischerweise:

  • Flachdach auf CLT-Decken: PIR wird direkt auf die Dampfsperre verlegt, dann folgt die Abdichtung. Achten Sie auf stumpfe Stöße und kleben Sie die Fugen ab, um Wärmebrücken zu vermeiden.
  • Außenwand in Holzrahmenbauweise: PIR-Platten als Aufdoppelung auf der Außenseite der Konstruktion – reduziert die Wandstärke bei gleicher Dämmleistung. Wichtig: Brandschutzklasse beachten (PIR erreicht in der Regel B-s1, d0 nach EN 13501-1).
  • Innendämmung bei Sanierungen: Wenn die Außenfassade eines Altbaus erhalten bleiben soll, können PIR-Platten raumseitig montiert werden. Hier ist Dampfbremse zwingend erforderlich.

Marktposition und Wettbewerb

Austrotherm gehört zur Austrotherm-Gruppe mit Produktionsstandorten in Österreich, Ungarn und der Slowakei. Im Holzbau konkurriert das Unternehmen vor allem mit STEICO (spezialisiert auf Holzfaserdämmung) und ROCKWOOL (bietet Steinwolle als nicht brennbare Alternative). Während Holzfaser im ökologischen Holzbau bevorzugt wird, punktet Austrotherm bei Projekten, bei denen Feuchteresistenz, hohe Druckfestigkeit oder geringe Aufbauhöhen entscheidend sind.

Ein aktueller Trend: Austrotherm: XPS-Kreislaufwirtschaft zwischen Rücknahme-Logistik und Rezyklat-Quote. Das Unternehmen testet Rücknahmesysteme für XPS-Verschnitt und baut Rezyklat-Anteile in neue Platten ein – ein Argument im zunehmend regulierten Markt (Stichwort EPD und GEG).

Praxis-Take-away: Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Wenn Sie Austrotherm-Produkte im Holzbau einsetzen, gilt:

  • XPS für alle erdberührten und feuchtebelasteten Bereiche – von der Bodenplatte bis zur Sockeldämmung.
  • PIR für oberirdische Bauteile mit hohen Dämmwert-Anforderungen – besonders bei begrenztem Platzangebot.
  • Brandschutz prüfen: PIR erreicht B-s1, d0, XPS meist E – bei mehrgeschossigem Holzbau können mineralische Dämmstoffe (A1/A2) erforderlich sein.
  • Dampfbremse nicht vergessen: Holzkonstruktionen erfordern kontrollierte Dampfdiffusion – bei PIR raumseitig, bei XPS im Sockel immer Abdichtung zur Holzseite.

Weitere Produkt-Detailspezifikationen und Zulassungen finden Sie auf der Website von Austrotherm.